NEWSLETTER #18: Planungsupdate "Pankower Tor": Verkehr, Artenschutz, Infrastruktur
Es ist schon eine Weile her, dass wir zuletzt über den Stand des Projekts „Pankower Tor“ informiert haben. In der Zwischenzeit hat sich jedoch viel getan: Zahlreiche Gutachten wurden und werden fortgeschrieben, wichtige Fragen rund um Verkehr, Artenschutz und Infrastruktur sind weiter konkretisiert worden. Schritt für Schritt fügt sich das Gesamtbild des künftigen Quartiers zusammen – mit klaren Fortschritten, aber auch mit anspruchsvollen Herausforderungen.
In diesem Newsletter möchten wir Ihnen einen Überblick geben, wo wir aktuell stehen und welche nächsten Schritte bevorstehen.
1. Aktualisierung der Grundlagen: Verkehrsgutachten und Einzelhandelsauswirkungsanalyse
Auf Grundlage aktualisierter Datenlage und Prognosen werden sowohl das Verkehrsgutachten als auch die Einzelhandelsauswirkungsanalyse aktuell überarbeitet. Ziel ist es, gegenwarts- und zukunftsorientierte Annahmen zu treffen, die insbesondere das veränderte Mobilitätsverhalten, neue Trends (z. B. im Rad- und Fußverkehr) und Entwicklungen im Einzelhandel nach der Corona-Zeit abbilden.
Die Ergebnisse fließen in die Planungsunterlagen ein und sind essenziell, um eine belastbare Grundlage für die Offenlage (Öffentliche Auslegung des Bebauungsplanentwurfs 3-60a „Pankower Tor“ gemäß § 3 Absatz 2 des Baugesetzbuchs) zu schaffen. Damit können auch mögliche Konfliktbereiche frühzeitig erkannt und planerisch darauf reagiert werden.
2. Artenschutz: Flächen für streng geschützte Arten
Ein zentrales Thema für das „Pankower Tor“ ist der sensible Umgang mit geschützten Tierarten und deren Lebensräumen. In enger Abstimmung mit den Naturschutzbehörden und Fachplanern/Artenschutzexperten wurden Flächen für Kompensationsmaßnahmen für die aus dem Vorhaben resultierenden Eingriffe in Natur und Landschaft sowie für den Artenschutz festgelegt, u. a.:
- „Westlich der Karower Teiche“ entlang der Bucher Straße
- Das Ersatzhabitat auf der Ostfläche des „Pankower Tors“
- Die Ersatzhabitate in Rüdersdorf und Bralitz
Diese Flächen sind vorgesehen zur Sicherung und artspezifischen Entwicklung von Lebensräumen (Habitaten) für Arten wie die Feldlerche, Zauneidechse, Kreuzkröte und weitere geschützte Arten in deren Bestandslebensraum mit dem Projekt „Pankower Tor“ eingegriffen wird. Die Flächenkonzeption sieht vor, Biotopstrukturen, Pufferzonen und Vernetzungsachsen so zu gestalten, dass die betroffenen Arten stabile Lebensräume erhalten oder sich weiter entwickeln können.
Für die streng geschützte Kreuzkröte ist bereits eine tragfähige Lösung erarbeitet worden: Es wird ein neuer Ersatzlebensraum nordöstlich des Ring- und Rundlokschuppens auf der Ostfläche entstehen, welcher als Rückzugsgebiet dienen soll und den Erhalt der Population langfristig am Standort sichert.
3. Verkehrsstruktur: Tram, Radwege, Ein- und Ausfahrten
Ein wesentliches Element in der künftigen Erschließung ist die geplante Tramtrasse Pankow – Heinersdorf – Weißensee, die zwischen Berliner Straße und Prenzlauer Promenade eng mit dem Plangebiet verbunden ist. Gleiches gilt für den geplanten übergeordneten Radweg parallel der Bahntrasse und Richtung Neumannstraße. Beide Planungen sollen in das Quartier integriert werden und mit den weiteren Radwegen sowie den Ein- und Ausfahrtsbereichen entlang der Granitzstraße und den geplanten Wohnstraßen in ein funktionales Gesamtsystem überführt werden.
Wichtige Aspekte sind:
- Synergien von Tram- und Radnetz: Die Führung der Tram parallel zu Radwegen erfordert abgestimmte Querschnitte und Kreuzungslösungen, um gegenseitige Konflikte zu vermeiden.
- Ein- und Ausfahrten: Die Zuwege zu den inneren Straßen des Quartiers sind so zu planen, dass sie möglichst konfliktarm mit der Tram- und Radverkehrsführung verzahnt sind.
- Verkehrsberuhigung und Aufenthaltsqualität: Der Straßenraum soll Raum für Fuß- und Radverkehr bieten, gleichzeitig sicher und attraktiv sein.
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So entsteht eine durchlässige, integrierte Verkehrsstruktur, in der Tram, Rad- und Fußwege gut aufeinander abgestimmt und miteinander verknüpft sind.
4. Hydrologie, Straßenplanung und Eingriffsausgleich: Ganzheitliches Ineinandergreifen
Für die Offenlage und die abschließende Festsetzung des Bebauungsplans ist es entscheidend, dass alle planerischen Ebenen nahtlos miteinander verzahnt sind — ohne Widersprüche und mit vollständiger Nachvollziehbarkeit. Hierfür sind insbesondere folgende Aspekte zu beachten:
- Regenwasserbewirtschaftung: Es wird eine dezentrale Regenwasserbewirtschaftung mit Versickerungsmulden, Rigolen, Dachretention u. a. vorgesehen. Diese muss flächenhaft mit den Straßen- und Freianlagenplänen abgestimmt werden, um bei allen zu erwartenden Regenereignissen eine regelgerechte Ableitung und Versickerung zu gewährleisten.
- Straßenquerschnitte und Baumpflanzungen: Die Dimensionierung der Straßenquerschnitte (Parkbuchten, Fahrspuren, Radwege und Gehwege) wird in Abstimmung mit Grün- und Pflanzkonzepten vorgenommen. Dadurch entstehen grüne Korridore und verschattete Wege, die auch stadtklimatisch positiv wirken.
- Eingriffs- und Ausgleichsbilanzierung: Alle Eingriffe in die Natur und den Boden (z. B. durch Flächenversiegelung und Vegetationsverluste) werden bilanziert und durch passgenaue Ausgleichsmaßnahmen ausgeglichen. Das Ziel ist es, eine vollständige, widerspruchsfreie Eingriffs-/Ausgleichsbilanz vorzulegen, die integraler Bestandteil der Planung vor der Offenlage ist.
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Das Ergebnis soll ein Planungsdokument sein, das sowohl inhaltlich schlüssig als auch rechtlich tragfähig ist — ein entscheidender Baustein für eine zügige Weiterführung des Bebauungsplanverfahrens.
5. Ausblick & Beteiligung
Die Unterzeichnung der städtebaulichen Verträge im März 2025 markierte einen wichtigen Meilenstein, mit dem viele der offenen Fragen, insbesondere in den Bereichen Städtebau, Wohnungen, Verkehr und soziale Infrastruktur, verbindlich geregelt wurden. Dennoch gibt es noch Herausforderungen bei den arten- und naturschutzrechtlichen Themen, die mit Hochdruck im laufenden und kommenden Jahr zu lösen und zu bearbeiten sind. Alle Planungsbeteiligten arbeiten aktuell mit Hochdruck daran, diese zu bewältigen.
Die kommenden Monate stehen im Zeichen der fachlichen und planerischen Vertiefung. Ziel ist es, vollständige, widerspruchsfreie und rechtssichere Planungsunterlagen zu schaffen, die als Grundlage für die Offenlage im 1. Halbjahr 2026 dient.
Im Rahmen der Offenlage werden Sie wieder die Möglichkeit haben, sich aktiv einzubringen. Dann werden die Unterlagen öffentlich einsehbar sein und Sie können Ihre Stellungnahmen vorbringen. Bis dahin möchten wir Sie mit diesem Newsletter auf dem Laufenden halten.
Mit freundlichen Grüßen im Namen der Krieger Handel SE und des Landes Berlin